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Gesamtbericht veröffentlicht – Nachhaltige Mobilitäts- und Logistikkonzepte für Wirtschaftsflächen

13. Juli
2 Min. Lesezeit

Nachhaltige Mobilität als Schlüssel zukunftsfähiger Wirtschaftsflächen


Wie können Gewerbe- und Industriegebiete im ländlichen Raum klimafreundlich, effizient und gleichzeitig gut erreichbar gestaltet werden? Mit dieser Fragestellung beschäftigt sich der Mobilitätsbericht des Projekts Nachhaltige Wirtschaftsflächen Südwestfalen (NAWISWF). Die Arbeiten wurden von der agiplan public GmbH in Zusammenarbeit mit der Planersocietät (Dortmund) im Auftrag des Projekts durchgeführt.


Der nun veröffentlichte Gesamtbericht fasst die Ergebnisse aus der Bearbeitung von neun Wirtschaftsflächen in Südwestfalen zusammen und leitet daraus Handlungsempfehlungen ab, die auch auf andere Regionen in Deutschland übertragbar sind.


Ergänzend wurden für die beteiligten Kommunen Arnsberg, Bad Berleburg, Hemer, Meschede, Plettenberg, Soest, Sundern und Werl individuelle Berichte mit standortspezifischen Ergebnissen und Maßnahmen entwickelt.


Systematische Bewertung der Wirtschaftsflächen


Grundlage der Untersuchung ist eine einheitliche Bewertungsmethodik, mit der alle Standorte vergleichbar analysiert wurden. Die Bewertung erfolgt anhand von fünf Hauptindikatoren, die sich wiederum aus zahlreichen Unterindikatoren zusammensetzen und sowohl die bestehende Mobilitätssituation als auch die logistischen Rahmenbedingungen erfassen.


Die fünf Hauptindikatoren umfassen:

  • Logistik und Güterverkehr

  • Anbindung und Erschließung

  • Verkehrssicherheit und Barrierefreiheit

  • Verkehrsaufkommen und Emissionen

  • Mobilitätsangebote und Rahmenbedingungen


Innerhalb dieser Hauptindikatoren wurden unter anderem die logistische Anbindung an Speditionen, Schiene und ÖPNV, die Qualität der internen Erschließung, Park- und Ladeinfrastruktur, Rad- und Fußverkehr, digitale Logistiklösungen, Verkehrssicherheit, Barrierefreiheit sowie Verkehrsströme, Pendlerverkehre und Umweltbelastungen wie Lärm-, Treibhausgas- und Stickstoffdioxidemissionen untersucht. Auch Themen wie Shared Mobility, betriebliches Mobilitätsmanagement, Ladeinfrastruktur und intelligente Verkehrssteuerung flossen in die Bewertung ein.


Datengestützte Analyse als Grundlage

Für jede Wirtschaftsfläche wurden umfangreiche Mobilitäts- und Erreichbarkeitsanalysen erstellt. Ergänzt durch Emissionsprofile und Hotspot-Karten konnten Belastungsschwerpunkte identifiziert und Potenziale für nachhaltige Mobilitätslösungen sichtbar gemacht werden. Die einheitliche Methodik ermöglicht dabei nicht nur eine Bewertung der einzelnen Standorte, sondern schafft zugleich eine belastbare Grundlage für die Übertragbarkeit auf weitere Gewerbeflächen.


Von der Analyse zur Maßnahme


Auf Basis der Ist-Analyse wurden für jede Wirtschaftsfläche konkrete Schwächen und Gestaltungsansätze, Bedarfe und Maßnahmen sowie ausführliche Maßnahmensteckbriefe entwickelt. Diese enthalten neben einer Beschreibung der jeweiligen Maßnahme auch Hinweise zu geeigneten Förderprogrammen sowie Empfehlungen für die nächsten Planungsschritte.

Im Fokus stehen Maßnahmen zur Stärkung des Umweltverbunds durch bessere Rad- und Fußwege, attraktivere ÖPNV-Angebote sowie neue Mobilitätsformen wie On-Demand- oder autonome Verkehre. Ergänzend werden Mobilstationen, Bike-&-Ride-Angebote und ein überbetriebliches Mobilitätsmanagement betrachtet. Für den Wirtschaftsverkehr werden Möglichkeiten regionaler Logistikkooperationen und effizienterer Transportketten aufgezeigt.


Maßnahmentool als Baustein nachhaltiger Planung


Zusätzlich zum Gesamtbericht wurde ein digitales Maßnahmentool entwickelt. Es ermöglicht auch Kommunen, die nicht am Projekt beteiligt waren, ihre bestehenden oder geplanten Wirtschaftsflächen anhand der entwickelten Methodik einzuordnen und erste Handlungsansätze für eine nachhaltige Mobilitäts- und Logistikentwicklung abzuleiten.

Als niedrigschwelliger Einstieg in die Planung führt das Tool die Nutzerinnen und Nutzer schrittweise durch die wichtigsten Standortmerkmale und ordnet die jeweilige Wirtschaftsfläche anhand der Projektmethodik ein. Darauf aufbauend werden passende Maßnahmenvorschläge, weiterführende Planungshinweise sowie Informationen zu geeigneten Fördermöglichkeiten bereitgestellt. Damit unterstützt das Tool Kommunen bereits in einer frühen Planungsphase dabei, Potenziale zu erkennen und nachhaltige Mobilitäts- und Logistikkonzepte systematisch zu entwickeln.


Planungshilfe mit bundesweiter Übertragbarkeit


Der Gesamtbericht bündelt die Erfahrungen aus den neun untersuchten Wirtschaftsflächen und formuliert allgemeine Handlungsempfehlungen für die nachhaltige Entwicklung von Gewerbe- und Industriegebieten im ländlichen Raum. Damit entsteht eine praxisnahe Planungshilfe für Kommunen, Wirtschaftsförderungen und Projektentwickler, die Mobilität, Logistik und Klimaschutz künftig noch stärker miteinander verbinden möchten.



 
 
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